Für viele von uns dürfte Spaceboy mehr sein als ein weiteres Buch im Regal: ein Buch über David Bowie – und über Schätzing selbst. Und vielleicht, zwischen den Zeilen, auch über uns.
Der Titel macht’s schon deutlich: Spaceboy ist eine Verneigung vor Bowies Alter Ego Major Tom, vor Ziggy Stardust, vor dem Mann, der vom Himmel fiel – und vor all den Momenten, in denen wir Bowie gehört haben und dachten: Der versteht mich.
Schätzing erzählt in diesem Buch, wie Bowie ihn geprägt hat. Wie sich für ihn, den Schriftsteller, Songwriter und Klangbastler, plötzlich Türen im Kopf geöffnet haben. Für Schätzing war Bowie nie nur Popstar oder Rockstar, sondern ein ideeller Komplize, ein gedanklicher Bruder, eine Art kosmischer Sparringspartner: »Da draußen war ein Seelenverwandter«, so formuliert er es selbst. Und wer von uns hat diesen Satz nicht auch schon gedacht, während Heroes lief oder Life on Mars? oder Ashes to Ashes?
Was dieses Buch besonders macht, ist, dass es nicht die x-te Biografie ist (die wir alle sowieso schon im Regal stehen haben, von Starman bis Bowie: A Life). Schätzing packt sein eigenes Leben daneben. Es wird persönlich, manchmal melancholisch, immer pointiert. Stilistisch ein Hybrid aus Memoir, Hommage und popkulturellem Essay.
Spaceboy ist so etwas wie ein langer Brief an Bowie – oder, um es mit einem Bild zu sagen: ein Mixtape, das man jemandem schenkt, den man nie treffen konnte, der aber trotzdem immer im eigenen Zimmer stand, während man erwachsen wurde.
VÖ: Donnerstag, 6.11.2025
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Reinhold