Beim Song „Ashes To Ashes“ handelt es sich unbestritten um einen der zahlreichen „großen“ Bowie Songs. Es ist zugleich einer meiner absoluten Favoriten. Ich werde versuchen, der Monumentalität dieses Werks mit meinem bescheidenen Aufsatz irgendwie gerecht zu werden.
Auch Bowie selbst war mit seinem Werk zufrieden. In einem Interview 1999 sagte er: „It’s definitely one of the better songs I’ve ever written.“
Eine frühe Version des Songs, welche nur als Demo erhalten ist, lautete „People Are Turning Into Gold".
Bowiesongs, “People Are Turning to Gold” (early version of...
„Ashes To Ashes“ schließt thematisch an „Space Oddity“ an, man kann es als eine Art Fortsetzung, ein Sequel bezeichnen. Der Kontinuität der beiden Songs „Space Oddity“ und Ashes To Ashes“ wurde unter anderem auch durch Bowies Plattenfirma RCA Rechnung getragen, indem diese in den USA eine 12“ Promo Maxi Single herausbrachte mit dem Titel „The Continuing Story of Major Tom“. Dabei wurden die beiden Songs mittels einer etwas ungeschickten Überblendung zu einem einzigen, mehr als achtminütigen Song verbunden.
David beschreibt den Song in einem Interview mit dem NME 1980 als “eine Ode an die Kindheit, wenn man so will, ein beliebtes Kinderlied – über Astronauten, die zu Junkies werden“. Er zitierte die Textzeile “I’ve never done good things, I’ve never done bad things, I never did anything out of the blue” als stellvertretend für “ein anhaltendes, wiederkehrendes Gefühl der Unangemessenheit dessen, was ich getan habe.“
Bowie führt über das Erbe des Songs „Space Oddity“ näher aus: “Als ich ursprünglich über Major Tom geschrieben hatte, war ich ein sehr pragmatischer und von mir selbst eingenommener Kerl der glaubte, er wüsste alles über den großen amerikanischen Traum und wo er begonnen hatte und wo er enden würde. Wir konnten mit dem amerikanischen technologischen Know-how diesen Typen ins Weltall schubsen, aber sobald er dort angekommen war, wusste eigentlich nicht so recht, was genau er dort sollte. Und das ist dort, wo ich ihn zurückgelassen habe.“
Für Bowie selbst war „Ashes To Ashes“ nicht zuletzt ein Versuch, mit seiner übermächtigen bisherigen musikalischen Vergangenheit abzuschließen, eine Tendenz, die sich auch durch das gesamte Album „Scary Monsters“ zieht.
Melodisch ist „Ashes To Ashes“ nach Bowies eigenen Worten an Danny Kayes „The Inch Worm“ angelehnt, einem Song aus dem Musical „Hans Christian Andersen“ aus dem Jahre 1952. „Ich war sieben oder acht, als das herauskam“ erinnert sich David 2003, nicht ganz exakt. “Die Akkorde waren einige der ersten, die ich auf der Gitarre lernte. Es sind bemerkenswerte Akkorde, sehr melancholisch. ‚Ashes To Ashes‘ ist davon beeinflusst. Es ist kindlich und melancholisch in dieser Art einer Geschichte für Kinder.“
Chris O’Leary (Pushing Ahead Of The Dame) sieht Buddy Holly’s „Peggy Sue Got Married“ als direkten Vorläufer von „Ashes To Ashes“, auch in Bezug auf manche Textpassagen. Ich persönlich kann zwischen diesen beiden Songs keine besondere Ähnlichkeit erkennen.
Ashes To Ashes – Das Video
Das bahnbrechende Video zu „Ashes To Ashes“ war mit einem Budget von 25.000 Pfund zu diesem Zeitpunkt das teuerste Musikvideo überhaupt. Bowie entwarf selbst die Zeichnungen für das Video und kümmerte sich zusammen mit dem Regisseur David Mallet um die graphische Gestaltung. Das großartige Video, vielleicht sogar Bowies bestes, verwendete die damals hypermoderne Paintbox-Technik, um beispielsweise den Himmel schwarz und das Wasser pinkfarben zu machen. Das Video hat mehrere Schauplätze: Eine Gummizelle, eine explodierende Küche, den Strand, einen scheinbar luftleeren Raum in dem Bowie an nabelschnurartigen Schläuchen hängt und jenes Setting, in dem die vier Gestalten vor dem Bulldozer marschieren.
Der Pierrot, welcher mit einer alten Dame, die seine Mutter darstellen soll, den Strand entlang wandert, hat bereits Vorläufer in der Bowie-Ikonographie: Erinnerungen an Lindsay Kemp’s ‚Pierrot In Turquoise‘ werden wach, aber auch an das von George Underwood gestaltete Cover-Artwork von ‚Space Oddity‘, hier ist der Pierrot sogar, wie im Video zu „Ashes To Ashes“, zusammen mit einer älteren Dame dargestellt.

Bowie hatte Steve Strange und die anderen Akteure für das Video im Club ‚The Blitz‘ rekrutiert, welcher sich zum ‚Zuhause‘ der New Romantic Szene entwickelte. Steve Strange war eine dieser exotisch kostümierten Figuren, welche getragenen Schrittes vor dem Bulldozer im Video einherschreiten. Teile des Videos stammen bereits aus dem Jahr 1979, als David Mallet mit Bowie ein Video für „Space Oddity“ drehte, das für die Show „Will Kenny Everett make It To 1980?“ aufgenommen worden war:
Do you remember a guy that's been
In such an early song
I've heard a rumor from Ground Control
Oh no, don't say it's true
They got a message from the Action Man
"I'm happy, hope you're happy too
I've loved all I've needed to love
Sordid details following"
The shrieking of nothing is killing
Just pictures of Jap girls in synthesis and I
Ain't got no money and I ain't got no hair
But I'm hoping to kick but the planet it's glowing
Ashes to ashes, funk to funky
We know Major Tom's a junkie
Strung out in heaven's high
Hitting an all-time low
Time and again I tell myself
I'll stay clean tonight
But the little green wheels are following me
Oh no, not again
I'm stuck with a valuable friend
"I'm happy, hope you're happy too"
One flash of light but no smoking pistol
I never done good things I never done bad things
I never did anything out of the blue, woh-o-oh
Want an axe to break the ice
Wanna come down right now
Ashes to ashes, funk to funky
We know Major Tom's a junkie
Strung out in heaven's high
Hitting an all-time low
My mother said to get things done
You'd better not mess with Major Tom