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Funky-Hunky-Dory-Mory
Newbie
Joined: Jul 25, 2015
Bin ein riesiger Bowie-Fan und höre täglich Songs des absoluten Großmeisters der europäischen Rock- & Pop-Musik aus seinen verschiedenen Schaffensphasen . ABER: Blackstar als ein neues Album anzukündigen, obwohl es nur sieben Songs enthalten wird und zwei davon bereits veröffentlicht wurden - ich bitte euch! Andere Künstler nennen soetwas EP, nicht Album!
Nun zum Grund meines Beitrags: Sein neuer Song "Blackstar" mag evtl. relativ gut klingen, wenn man ihn 30 Mal gehört hat - das dazugehörige Video ist jedoch imho künstlerisch soetwas von anspruchslos und überflüssig!
Auch die sporadisch eingestreuten jungen Menschen machen es nicht besser, ganz im Gegenteil: Es wirkt bemüht jung!!! Es erinnert mich an Bowies ebenso peinliche Mid 90er-Phase, in der er mit "The Buddha of Suburbia", "Outside" und "Earthling " versuchte, den Zeitgeist zu erfassen. Er war zu der Zeit jedoch leider nur eine arme Kopie seinerselbst, die versuchte, modern zu wirken und die 90er zu leben - was ihm imho leider nicht wirklich gelang.
Wirklich sehr, sehr, sehr schade, dass er es mit Blackstar nicht geschafft hat, an so zeitlose, geniale, moderne Werke wie "Heathen", "Reality" und "The Next Day" anzuknüpfen. Lasse mich nach der Veröffentlichung des neuen Werks im Januar selbstverständlich gerne eines Besseren belehren, aber ob die noch folgenden fünf unveröffentlichen Songs besser sein werden als "Sue (Or in a Season of Crime)" und "Blackstar", bezweifle ich stark.
Was denkt ihr?
Freue mich auf eine ehrliche Auseinandersetzung mit euch in diesem tollen Bowie-Forum!
Also die Tatsache, dass Blackstar "nur" sieben Songs enthält, schockiert mich wenig. Station To Station hat ja auch nur sechs Songs, darunter auch den besonders langen Titelsong, ähnlich wie bei Blackstar.
Nur weil die Anzahl der Songs nicht an jene von durchschnittlichen Alben heranreicht, würde ich Blackstar nicht die Berechtigung absprechen wollen, sich "Album" nennen zu dürfen.
Die beiden außer dem Titelsong schon veröffentlichten Songs, also "Sue (Or in A Season Of Crime)" und "Tis A Pity She's A Whore", wurden für das Album neu aufgenommen. Ich bin auf diese rearrangierten Versionen schon sehr gespannt und gehe davon aus, dass sie wirklich sehr anders klingen werden als auf der Single.
Ich habe ja schon eine Menge unterschiedlichster Kritik am Video zum Song "Blackstar" gehört, aber dass es ausgerechnet bemüht jung wirken soll, noch nie. Das wäre wirklich das Letzte, was mir dazu einfiele. ... nur weil ein paar junge Leute mitspielen? Kann ich nicht nachvollziehen. Ich hatte zwar auch anfangs leichte Schwierigkeiten, mich mit dem Video - vor allem inhaltlich - anzufreunden, habe aber nie seine ästhetischen und künstlerischen Qualitäten in Frage gestellt. Was den Bezug zu Bowies 90er Jahre Phase betrifft, hast du insofern recht, als sich Bowie wohl wieder in einer Phase ähnlicher Kreativität wie zu Outside- und Earthling-Zeiten befindet. Das halte ich aber für eine durchaus positive Angelegenheit! Nur weil ein Künstler aktuelle Strömungen aufgreift und in seiner Musik und Kunst verarbeitet, wie es Bowie in den 90ern gemacht hat, ist er noch lange nicht "eine arme Kopie seiner selbst", die krampfhaft versucht, jung zu wirken. Abgesehen davon war Bowie in den 90er Jahren noch nicht wirklich alt 😉. Ich schätze Outside und Earthling sehr. Nicht wenige Künstler und Kreative haben Bowie überhaupt erst in den 90er Jahren mit seinen damals aktuellen Werken entdeckt, so z.B. auch der Keyboarder Jason Lindner, der auf Blackstar mitwirkt. (siehe Interview:
http://www.rollingstone.com/music/news/david-bowie-keyboardist-jason-lindner-on-making-of-blackstar-20151204)
Für ein Verdikt wie "sehr schade, dass er es mit Blackstar nicht geschafft hat, an so zeitlose, geniale, moderne Werke wie "Heathen", "Reality" und "The Next Day" anzuknüpfen" ist es glaube ich noch etwas zu früh, also gib dem Album eine Chance 😉. So wie es nach den vorab veröffentlichten Album-Kritiken aussieht, dürfte es sich um ein höchst spannendes Werk handeln, das sicher nicht in der Tradition der künstlerisch eher abgeklärten, auf eine andere Art und Weise großartigen Vorgängeralben steht.