Wir sind gerade, dank @sway99 bei coversongs von David. Ich habe erst vor ganz kurzer Zeit durch Zufall mitbekommen, dass David Bruce Spingsteen gecovert hat, mal abgesehen von von "Growing Up" in Pin Ups, ein Album was ich praktisch nie höre. Ich war sehr erstaunt. Ich habe kaum Compilations von David, daher war mir das natürlich entgangen. Bruce Springsteen gehört für mich definitiv zu den Soundtracks of my Life, ohne das ich mich als Fan von ihm bezeichnen würde, nur eben fast. 2013 habe ich ihn dann endlich live gesehen in Leipzig. Vorher war ich immer zu geizig, weil seine Karten immer sehr teuer waren. Aber 2013 war ja das Jahr, wo ich alles nachholen wollte, was ich bisher verpasst hatte. Ich habe es natürlich nichts bereut, ganz im Gegenteil. "The Boss" ist live eine Naturgewalt, unfassbar diese Power die er auf der Bühne entfacht.
Nach dem Tod von David Bowie zollte Bruce Springsteen David seinen Tribut, indem er sein Konzert mit "Rebel Rebel" eröffnete. Bevor Springsteen den Song performte, bedankte er sich bei ihm für die Unterstützung in den frühen Tagen seiner Karriere. Springsteen nahm Bezug darauf, dass David zwei seiner Songs gecovert hat. Bruce erwähnte nicht, welche Songs, aber langjährige Fans wussten, von welchem der Boss sprach.
Die Songs, auf die sich Bruce Springsteen bezog, waren die Titel "It's Hard To Be A Saint In The City" und "Growing Up". Beide Songs wurden ursprünglich auf Springsteens Debütalbum "Greetings from Asbury Park New Jersey" 1973 veröffentlicht. Der Song "Its Hard To Be A Saint In The City" war der Schlusssong des Albums.
David Bowie nahm bereits 1974 Versionen von "Its Hard To Be Saint in the City" und "Growing Up" auf, ein Jahr nach Veröffentlichung des Albums. Bruce Springsteen kannte damals noch niemand. Klar er hatte gleich ein einen Vertrag bei Columbia Records erhalten, wie auch Bob Dylan. Trotzdem ist es erstaunlich, dass David sogleich Bruce Springsteen für sich entdeckt und Songs gecovert hat.
Dazu gibt es folgende Geschichte:
Bruce Springsteen eröffnete 1973 für den Headliner Biff Rose bei einem 6-Nächte-Auftritt (vom 31. Januar bis 05. Februar, zwei Shows pro Nacht) im Max's Kansas City in New York. David Bowie tauchte an diesem letzten Abend auf, um Biff Rose, einen Freund von ihm, zu sehen, und erwischte Springsteens Auftritt durch Zufall.. Bowie hatte bis zu diesem Abend am 05. Februar 1973 noch nie von einem Typen namens "Springsteen" gehört. In einem Interview mit dem Musician Magazine aus dem Jahr 1987 kommentierte Bowie Bruces Auftritt an diesem Abend mit den Worten:
Zitat:
Ich hasste ihn als Solokünstler... sobald die Band auftrat, war er wie ein anderer Mensch und er war wunderbar... Ich mag das Asbury Park [LP] Material, meine Lieblingsperiode von Springsteen ist das frühe Zeug.
Die beiden wurden an diesem Abend nicht miteinander bekannt gemacht. Ein paar Monate später nahm Bowie eine Version von GROWIN' UP auf, aber der Song blieb bis zu seiner Veröffentlichung im Jahr 1989 in der Schublade. David war der erste Künstler überhaupt, der eine Springsteen-Komposition als Cover aufnahm.
DJ Ed Sciaky rief Bruce Springsteen am 24. November 1974 an und bat ihn, nach Philadelphia zu kommen, um David Bowie zu treffen, der in der Stadt war, um sein kommendes Album Young Americans aufzunehmen und am 25. November ein Konzert zu geben. Am späten Abend stieg Springsteen in einen Bus nach Philadelphia, um ein paar Tage als Hausgast von Sciaky zu verbringen. Die beiden kamen um Mitternacht in den Sigma Sound Studios an, wo sie die frühen Stunden des 25. November mit David Bowie im Studio verbrachten. Bowie hatte kurz zuvor ein Cover von "IT'S HARD TO BE A SAINT IN THE CITY" aufgenommen, aber anscheinend war es noch nicht fertig, so dass Bruce es nicht zu hören bekam. Bowie vollendete die Aufnahme im folgenden Jahr, aber auch dieser Song blieb bis zu seiner Veröffentlichung 1989 in den Tresoren. Später an diesem Tag, dem 25. November, besuchten Springsteen und Sciaky Bowies Abendkonzert im Philadelphia Spectrum.
In den Liner Notes von One Step Up / Two Steps Back: The Songs Of Bruce Springsteen (ein Bruce-Springsteen-Tribute-Album verschiedener Künstler von 1997) schrieb Bowie über das Treffen im November 1974 in Philadelphia:
Zitat:
Springsteen kam herunter, um zu hören, was wir mit seinem Zeug machen. Er war sehr schüchtern. Ich erinnere mich, wie ich mit ihm auf dem Flur saß und über seinen Lebensstil sprach, der sehr Dylanesk war - Sie wissen schon, mit einer Gitarre auf dem Rücken von Stadt zu Stadt zu ziehen, all so etwas in der Art. Jedenfalls gefiel ihm nicht, was wir taten, das weiß ich noch. Zumindest zeigte er sich nicht sehr begeistert. Ich schätze, er fand das wohl alles etwas seltsam. Ich war zu der Zeit in einem anderen Universum. Ich habe dieses außerordentlich seltsame Foto von uns allen - ich sehe aus, als wäre ich aus Wachs gemacht.
Die von David Bowie aufgenommene Version von "Its Hard To Be A Saint in the City" wurde schließlich auf Eis gelegt und blieb jahrelang unveröffentlicht, bis sie auf David's Sound and Vision Box 1989 erschien. Später erschien sie auch auf "The Best of David Bowie 1974/1979".
Es ist faszinierend, David Bowies Version der Songs zu hören. Sie wurde zu einer Zeit aufgenommen, als Bowie gerade das Album Young American's veröffentlichte. Bei "It's Hard to Be A Saint in the City" hört man die gleichen stimmlichen Einflüsse wie auf der Young Americans LP. Bowie interpretierte auf dieser Platte amerikanische Pop- und Soulmusik. Wenn man sich Bowies Interpretation von "It's Hard to Be A Saint in the City" anhört, kann man hören, wie sich David im Laufe des Stücks immer wohler mit dem Song fühlt. Es sind die letzten paar Strophen, in denen sich die Magie entzündet und die melodische Linie und der lyrische Inhalt, die den Song so großartig gemacht haben, in einen gefühlvollen Spin verwandelt. Bowie hat es mit seinen eigenen, unverwechselbaren Gesangsphrasierungen geschafft.
Klar, beide Künstler trennen Welten. Um so erstaunlicher ist es für mich, das er Bruce gecovert hat. Der Boss war übrigens immer ein harter Drogengegner. Erwischte er jemand in seinem Umfeld mit Drogen, flog er raus.
Lyrics
I had skin like leather and the diamond-hard look of a cobra
I was born blue and weathered but I burst just like a supernova
I could walk like Brando right into the sun
And dances like a Casanova
With my blackjack and jacket and my hair slicked sweet
Silver studs on my duds just like a Harley in heat
When I strut down the street I could hear its heartbeat
The sisters fell back and said, "Don't that man look pretty"
The cripple on the corner cried out, "Hey, nickels for your pity"
Them gasoline boys downtown, they sure talk gritty
It's so hard to be a saint in the city
I was the king of the alley, mama, I could talk some trash
I was the prince of the paupers crowned downtown at the beggar's bash
I was the pimp's main prophet, I kept everything cool
Just a backstreet gambler with the luck to lose
And when the heat came down, it was left on the ground, oh
Devil appeared to me like Jesus through the steam in the street
And showed me a hand that even the cops couldn't beat
And I felt his hot breath on my neck as I dove into the heat
It's so hard to be a saint when you're just a boy out on the street
But the sages of the subway sit just like the living dead
As the tracks clack out the rhythm, their eyes fixed straight ahead
They ride the line of balance and hold on by just a thread
But it's too hot in these tunnels, you can get hit up by the heat
When you get up to get out at your next stop, well, they push you back down in your seat
And your heart starts beating faster as you struggle to your feet
Then you're out of that hole, back on the street
As them south side sisters, they sure look pretty
And the cripple on the corner cries out, "Nickels for your pity"
And them downtown boys, they sure talk gritty
It's so hard to be a saint in the city
Bruce Springsteen - Akustik Demo
Bruce Springsteen - Album Version
Bruce Springsteen live 1975
Bruce Springsteen - Rebel Rebel 2016
Bruce Springsteen - It's Hard to be A Saint Saint In The City Berlin 2016
Ganz unterschiedliche Versionen, gefallen mir beide, allerdings hat das Akustik Demo von Bruce dann doch die Nase vorn bei mir.
LG
Petra